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Entwicklung: Japan bringt Agrarsektor, Tourismus und Bildung in Simbabwe voran

Von Jeffrey Moyo

HARARE, SIMBABWE (IDN) – Gerade erst wurde der Startschuss für die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) gegeben, und schon hat Japan die Nase vorn: Die japanische Regierung bietet dem afrikanischen Staat Simbabwe über die Japan International Cooperation Agency (JICA) in zahlreichen Entwicklungsbereichen tatkräftige Unterstützung.

Die von den Vereinten Nationen beschlossenen handlungsorientierten, präzise abgefassten und leicht zu kommunizierenden 17 SDG sollen weltweit eine nachhaltige Entwicklung fördern. Sie sollen dafür sorgen, die Armut in all ihren Ausprägungen zu beseitigen und gleichzeitig ein nachhaltiges und inklusives Wachstum fördern.

Die japanische Agentur JICA bietet vielfältige Unterstützung, um genau diese Ziele zu erreichen. Sie hilft bei der Personalentwicklung, dem Kompetenzaufbau, strategischen und institutionellen Verbesserungen sowie bei der Herstellung einer sozialen und ökonomischen Infrastruktur. Dabei verfolgt die Behörde das Ziel einer nachhaltigen Armutsreduzierung durch gerechtes Wachstum.

Bevölkerung in Entwicklungsprojekte aktiv involviert

JICA fördert zudem einen inklusiven Entwicklungsansatz, der die Bevölkerung dazu ermutigt, an der Lösung von Entwicklungsfragen mitzuwirken, von denen sie selbst betroffen sind, sodass sie auch tatsächlich von der Unterstützung durch die JICA profitieren können. In diesem Sinne kann die Behörde bereits spürbare Fortschritte in Simbabwe verzeichnen, wo sie auf mehreren Feldern der nachhaltigen Entwicklung Hilfe leistet.

"Wir arbeiten im Auftrag der Regierung von Simbabwe. Wir stimmen mit der Regierung ab, was zu tun ist und versuchen unter allen Umständen innerhalb der vorgeschriebenen Bereiche zu arbeiten", sagte Yuko Mizuno, ortsansässiger JICA-Repräsentant in Simbabwe, dem Informationsdienst IDN.

Bislang hat JICA viele Projekte umsetzen können, die das Leben etlicher Simbabwer verändert haben. Unter ihnen ist Nehemia Mutasa, der in Nyanga, etwa hundert Kilometer nördlich der im äußersten Osten des Landes gelegenen Grenzstadt Mutare, lebt. "Die Japaner haben über JICA unsere Agrarprojekte durch Ausbildungen gefördert, die Leute wie mich zu sehr erfolgreichen, profitorientierten Bauern gemacht haben", erklärte Mutasa.

Unter anderem hat JICA Mittel für die Nyakomba-Bewässerungsanlage in der Stadt Nyanga zur Verfügung gestellt." JICA hat den Behörden geholfen, die Blöcke B, C und D der Anlage auszubauen, nachdem einige Rohre des alten Systems um das Jahr 2006 herum durch den Zyklon 'Eline' beschädigt worden waren. "Japan erklärte sich bereit, die Pumpen zu reparieren", sagte James Nyahunde, JICA-Programm-Manager in der simbabwischen Hauptstadt Harare.

Bauern lernen gewinnorientiertes Wirtschaften

Diese Unterstützung wurde über ein spezielles JICA-Programm zur Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie des Agrarsektors in Simbabwe bereitgestellt. Ziel des Programms ist es, den Bauern ein profitorientiertes Wirtschaften nahezubringen. "Farmer müssen sich einen Absatzmarkt sichern, noch bevor sie aussäen", sagte Mizuno.

Der Erfolg solcher Initiativen ist in vielen Gebieten wie Tsunda in Bindura in der Provinz Zentralmashonaland und Chitora in Murehwa in Ostmishonaland deutlich sichtbar. "Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Stadtwohnung in Harare, die ich vermieten kann. Auf diese Weise verdiene ich mehr Geld, um meine Familie hier in Murehwa zu ernähren", berichtete die Witwe Chipiwa Chitanda, die sechs Kinder hat. "All dies habe ich dank der erfolgreichen Anbaumethoden von JICA erreicht, die mein Leben verändert haben."

Die japanische Behörde arbeitet auf dem Gebiet der humanitären Hilfe nicht mit nicht-staatlichen Organisationen aus westlichen Ländern zusammen. "Leider kann JICA keine Paketfinanzierungen durchführen und somit die Hilfe für Simbabwe nicht über den Zim-Fonds kanalisieren", sagte Mizuno. Darunter ist ein von mehreren Gebern finanzierter Treuhandfonds gemeint, der 2010 eingerichtet wurde, um prioritäre Entwicklungsprojekte der Regierung in Harare zu unterstützen. Zuvor hatte die Führung der Afrikanischen Entwicklungsbank Empfehlungen angenommen, die in einem Dokument mit dem Titel 'Establishment of a Multi-Donor Trust Funds for Zimbabwe' dargelegt waren.

Laut Mizuno arbeitet JICA in Simbabwe mit dem obersten Vermessungsingenieur zusammen, um die geografischen Informationssysteme zur Erstellung von Landkarten zu entwickeln, die zuletzt vor 30 Jahren auf den neuesten Stand gebracht worden waren. "Wenn diese Systeme erneuert werden, kann JICA leichter feststellen, welche Gebiete weiterentwickelt werden müssen", sagte Nyahunde.

Mizuno erklärte, auch die nationale Behörde für Stromversorgung und der Rat für Verkehrssicherheit könnten aus der bis 2017 geplanten Aktualisierung der geografischen Karten Vorteile ziehen.

Tourismusförderung auf lokaler Ebene

Sogar der gemeindegestützte Tourismus in dem Staat im südlichen Afrika hat durch JICA einen neuen Anschub erhalten. Davon konnte unter anderem Yvonne Ngorima aus der Provinz Manicaland profitieren. Wie sie bieten auch andere Bewohner armer Regionen Touristen, die ihre Ortschaften besuchen, Übernachtungsmöglichkeiten. An diesen Tourismusaktivitäten sind Landbesitzer, Unternehmer, Dienstleister und Angestellte beteiligt.

"In dieser ländlichen Region herrscht hohe Arbeitslosigkeit", berichtete Ngorima. "JICA hat mir geholfen, im gemeindebasierten Tourismussektor zu arbeiten. Durch meine Gewinne hat sich mein sozialer Status erhöht."

Mizuno fügte hinzu, dass JICA mit dem simbabwischen Tourismusministerium kooperiere, um den Fremdenverkehr noch weiter voranzubringen. "Wir helfen den Gemeinden dabei, festzustellen, wie sie Touristen anziehen können. Unser besonderes Augenmerk liegt dabei auf Frauen und Kindern." Laut Statistiken des Tourismusministeriums haben mehr als 120.000 Simbabwer, darunter auch Frauen, aus der JICA-Förderung des lokalen Tourismus' Vorteile ziehen können.

"Unsere Regierung hat große Anstrengungen unternommen, um zahlreiche lokale Projekte für die sozio-ökonomische Entwicklung Simbabwes durch ein Kreditsystem für humanitäre Graswurzel-Initiativen zu fördern", sagte ein hochrangiger japanischer Diplomat, der anonym bleiben wollte.

Auch im Bildungsbereich kann die japanische Behörde Fortschritte vorweisen. Jedes Jahr werden nach Angaben von JICA zwischen 60 und 70 Simbabwer in drei- bis elfwöchigen Kursen geschult, um in ihrem Land vielfältige Entwicklungsaufgaben wahrnehmen zu können. Studenten könnten im Rahmen der Initiative 'African Business Education' (ABE) auch einen Master-Titel in Süd-Süd-Zusammenarbeit erwerben. Die Kurse fänden in Ländern statt, in denen die Lebensumstände ähnlich seien wie in Afrika, erklärte Mizuno.

Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie hat JICA mehr als 500 ehrenamtlich tätige Experten nach Simbabwe geschickt, die im Dienstleistungssektor eingesetzt werden. Damit entspricht JICA einem ausdrücklichen Wunsch des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe. (Ende/IPS/ck/16.10.2015)

*Dieser Artikel ist Teil eines Medienprojekts von Global Cooperation Council und Devnet Tokyo.

Bild:

http://www.indepthnews.info/images/yiko_mizuno_james_nyahunde_cropped.jpg

Yuko Mizuno (l.), der ortsansässige JICA-Repräsentant in Simbabwe, und James Nyahunde, Programm-Manager im JICA-Büro in Harare – Bild: Jeffrey Moyo

Link:

http://www.indepthnews.info/index.php/global-issues/2485-japan-spreads-development-wings-across-zimbabwe